Glaubensbekenntnisse und Lehren

Distanzierte Haltung zur Bibel

Zu Beginn sollten wir diese Lehrmeinung der Bethel-Kirche im Allgemeinen und Bill Johnsons im Besonderen ansehen.

Er meint, die Bibel sei ein verschlossenes Buch und kritisiert diejenigen, die Bibelstudium betreiben. Er zitiert 1. Kor. 8,1 : « Erkenntnis bläht auf ».

Er vertritt die Auffassung, dass diejenigen, die sich auf Grund ihrer intellektuellen Kenntnis der Schrift in Sicherheit wiegen, ein falsches Sicherheitsgefühl haben. Niemand von uns könne die Schrift vollständig erfassen, aber wir alle haben den Heiligen Geist. Dieser sei unser gemeinsamer Nenner und wird uns immer in Wahrheit leiten. Aber um ihm zu folgen müssten wir bereit sein, ihm „ausserhalb der Karte“ bedingungslos (off the map), um jenseits unseres Wissens zu gelangen. » (Johnson, When Heaven Invades Earth) p 76.

Dies ist eine offene Türe für Abirrungen jeder Art, denn jede Unterordnung unter das Wort Gottes wird aufgelöst. Damit geht einher, jede Kritik abzulehnen, die sich auf die Bibel beruft. Es sei aber bemerkt, dass vor keinerlei aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten einzelner Bibelverse zurückgeschreckt wird, sofern sie die eigenen Lehrmeinungen zu unterstützen.

Der Apostel Paulus schreibt an Timotheus : « Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden. 2. Tim 4, 3-4

Im gleichen Brief schreibt er auch: „Alle Schrift10 ist von Gott eingegeben11 und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“   2. Tim. 3:16,17

In der Apostelgeschichte lesen wir: „…und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift1, ob es sich so verhalte“ Apg 17, 11b

„Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen“ 1. Joh 4, 1

Diese Distanz zur Bibel geht auch eindeutig aus den Lehrmeinungen, die das Wort Gottes entstellen, hervor. Hier ein Beispiel von Kris Valloton vom Kingdom Festival 2015 in Fiesch (Schweiz). (Das gesamte Video ist findet man auf der Seite des Kingdom Festivals oder auch auf Youtube)

In diesem Vortrag werden verschiedene falsche Aussagen gemacht, die Gravierenste in Minute 7.25 (Auf Englisch and Französisch – wird später auf Deutsch übersetzt):

Würde man akzeptieren, dass Lehrer in öffentlichen Schulen so auftreten würden ?

Andere Beispiele weiter unten auf dieser Seite, wo Kris Vallotton die Bibel auf seine Weise interpretiert.

Göttlichkeit Jesu

Laut Bill Johnson, Jesus war lediglich als Mensch auf der Erde. Er hatte keinerlei Macht in sich selbst (mit Verweis auf Joh 5, 19). (Johnson, The Supernatural Power of a Transformed Mind) p. 50.

Er hatte keine Göttlichkeit. Seine Kraft ging lediglich aus seiner Beziehung mit Gott hervor. B. Johnson beruft sich dabei auf Phil 2, 7: „sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen“.

Laut Bill Johnson bedeutet dies, dass Jesus auf seine Göttlichkeit verzichtet hat. Doch Jesus konnte sich gar nicht seiner Göttlichkeit „entäussern“, denn er war und ist Gott. Auf der Erden verzichtete er aber auf seine göttlichen. Privilegien. Er war gleichzeitig „wahrer Gott und wahrer Mensch“.

Wenn er am Kreuz als Mensch gestorben wäre, hätte er nicht tun können was er getan hat. Ebenso hat er in seiner Zeit auf der Erde nicht gesündigt, was klarerweise ein göttlicher Wesenszug ist. Er war nicht wie wir.

Bill Johnson meint, dass wir Jesus gleichen, so wie er in seiner Zeit auf der Erde gewesen ist, und aus diesem Grunde könnten wir, so meint er, die gleichen Wunder wie Jesus und sogar noch grössere vollbringen (siehe Artikel „Zeichen und Wunder).

Als Jesus auf der Erde war, hat er gesagt : „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen“ (Joh. 14,9) und „Wenn ihr nicht glaubt dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben“ (Joh. 8,24).

Bill Johnson geht noch weiter und behauptet, Jesus habe eine Wiedergeburt erfahren. Er sei das erste Mal von Maria geboren und das 2. Mal zu seiner Auferstehung [1]. Johnson führt weiter aus, dass Jesus ja wiedergeboren werden musste, da er zu Sünde wurde. Dies ist keinesfalls biblisch. Eine Auferstehung ist keine Wiedergeburt und alles wurde am Kreuz vollbracht. Jesus selbst hat gesagt: „Es ist vollbracht“. Der Vorhang im Tempel ist in diesem Moment – seines Todes am Kreuz – zerrissen und nicht zum Zeitpunkt der Auferstehung.

Dominionismus

Die Bethel-Kirche lehrt den Dominionismus – siehe auch Artikel zu diesem Thema und denjenigen zur Neuen Apostolischen Reformation (NAR).

Sie vertritt die Meinung, dass wir bereits in dieser Zeit mit Jesus von den Himmeln aus regieren. Dies sei keine Verheissung für die Zukunft, sondern heute verwirklicht. Im untenstehenden Video (Teil 1), Kris Vallotton präzisiert, dass

„ihr sitzt in den Himmeln mit Christus und er hat bereits alles unter euren Füssen unterworfen“ (Minute 10:35).

In Eph. 1, 22 ist klar, es handelt sich um Jesus. „Gott  hat alles Seinen Füssen unterworfen“

Gemäss Kris Vallotton, wurde Satan entmachtet und seine Bestrafung ist mitansehen zu müssen wie Millarden von Menschen Gotteskinder werden.

Teil 1 – Dauer 11 Min (Originalvideo ohne Übersetzung und Kommentare hier, es besteht aus 2 Teilen). Auf English – wird später auf Deutsch übersetzt.

In Minute 11 :25 (Teil 2), wird erklärt, dass Satan ohnmächtig ist und wir da sind, um den « Peiniger zu peinigen“

Teil 2 – Dauer 15 Min (English – wird später auf Deutsch übersetzt.)

Parallel zur Ablehnung der Göttlichkeit Jesu, ist eine Erhöhung des Menschen auf göttliches Niveau festzustellen. Dies ist eine Lehre des New Age.

Im untenstehenden Video (Teil 2), wird erklärt, dass wir Gott sind mit einem kleinen « g » und Gott ist Gott mit einem grossem « G » (Minute 6 :30).

Im gleichen Video erklärt Kris Vallotton, dass wir im Garten Eden nicht erst vom Baum der Erkenntnis essen mussten um wie Gott zu werden, denn wir sind ja „hineingeboren“ worden (wörtlich „into it“).

Er sagt ebenso, dass Daniel 7,27b :

sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen

sich auf das Volk der Heiligen, das heisst die Christen,  bezieht. „ihm dienen“ bedeute, dass Gott uns wie EINEN Menschen sieht.

Dagegen stellt Daniel 7,13-14 aber klar, dass es sich auf Jesus bezieht:

Ich sah in den Nachtgesichten, eine Vision und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. 14 Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.

Ebenso Paulus in Eph.1,20-22 :

Die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen [Regionen], hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der zukünftigen; und er hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben,

Wir werden mit Ihm herrschen, aber Er ist das Haupt der Gemeinde. Den Menschen Gott gleich machen zu wollen stammt … aus dem Garten Eden.

Video – Dauer 4 Minuten 50

 

Heilung und Wohlstand am Kreuz erworben

Bill Johnson gibt vor, Jesus habe uns am Kreuz von Sünde, Krankheit und Armut erlöst.

Laut Bill Johnson, wurde die Krankheit nicht von Gott geschaffen und Er lässt sie auch nicht zu. Er geht sogar noch weiter und sagt, Gott könne nur geben was er selber habe und da er nicht krank sei könne er auch keine Krankheit weitergeben. Dann wäre Gott wohl arg begrenzt und dieses Argument macht keinen Sinn. Selbst Menschen können Krebs „weitergeben“ ohne selbst von ihm befallen zu sein. Zum Beispiel über Asbestfabriken oder Atombomben. Menschen sind an Krebs erkrankt, ohne dass die Eigentümer der Asbestfabriken oder Erbauer der Atombombe eine Krankheit an der sie selber litten weitergegeben hätten…

Er geht noch weiter indem er behauptet, dass diejenigen, die glauben, dass Gott Krankheit zulassen kann, ein anderes Evangelium predigen.

In einem Video beantwortet Bill Johnson drei Fragen, hier eine Zusammenfassung :

  • Kann Gott eine Krankheit zulassen  ?
    • Sie können nur weitergeben, was Sie selber haben. Gott ist nicht krank, also kann er keine Krankheit weitergeben. Sie können niemanden mit Krebs anstecken wenn Sie ihn nicht selber haben.

  • Kann Gott die Wahl treffen, nicht zu heilen  ?
    • Jesus hat vor 2000 Jahren die Wahl getroffen, einen Kauf zu tätigen. Er hat die Wahl getroffen, zu heilen. Entweder der Preis war ausreichend für alle Sünden oder für keine Sünde. Entweder der Preis war ausreichend für alle Krankheiten oder für keine Krankheit. Heilung und Vergebung gehören im Wort Gottes zusammen. Es war die gleiche Bezahlung. Er fügt hinzu, dass die Armut die beiden ersten Elemente ergänzt. Die Wurzel der Sünde, die Wurzel der Krankheit sowie die Wurzel der Armut wurden ausgerissen.

  • Was war der « Stachel im Fleisch » des Paulus ?
    • Johnson erklärt, dass Paulus von asiatischer und mittelöstlicher Kultur geprägt war und er in diesem Raum bekanntes Bild benutzt. Er glaubt nicht, dass Paulus eine Krankheit hatte. In einem anderen Vortrag drückt er sich präziser aus und sagt dass, wer meint, Paulus sei krank gewesen, predige ein anderes Evangelium. [4]

Erstaunlichweise sind sowohl Bill als auch Leni Johnson Brillenträger. Er musste sich 2009 einem chirurgischen Eingriff unterziehen und 2016 wurde ihm ein Polyp auf medizinischem Weg entfernt. Ausserdem ist einer ihrer Söhne taub.

All diese Behauptungen Bill Johnsons stimmen nicht mit der Heiligen Schrift überein. Hier nur einige Beispiele:

  • …so wird der HERR dich und deinen Samen mit außerordentlichen Plagen treffen, ja, mit großen und andauernden Plagen und mit bösen und andauernden Krankheiten (5. Mose 28,59)
  • Und nach alledem schlug ihn der HERR in seinen Eingeweiden mit einer unheilbaren Krankheit. (2. Chronik 21,18)

Wir glauben, dass Gott allmächtig ist und noch heute heilt. Aber wir glauben auch, dass Gott Krankheit zulassen und dass wir nicht kleingläubig sind, wenn wir nicht geheilt werden. Nach Christi Wiederkunft werden wir einen verwandelten Körper haben und somit keine Krankheit mehr kennen.

Zeichen und Wunder

Laut Bill Johnson, vollbrachte Jesus Wunder als Mensch der zu Gott eine Beziehung hat, nicht als Gott. Und deshalb können wir heute die gleichen Wunder tun, die Jesus tat, wir haben die gleichen Fähigkeiten (Johnson, When Heaven Invades Earth).

Bill Johnson will aus uns das Gleiche machen, was Jesus auf Erden war und deshalb können wir, so meint er, die gleichen Wunder und sogar noch grössere als Jesus tun.

Er bezieht sich damit auf Joh. 14,12: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe.

Aber zum Einen war das Wort Jesu an seine Jünger gerichtet und zum anderen ist „Werke“ nicht gleichbedeutend mit Wundern.

Aber ohne im Detail auf dieses Bibelwort einzugehen : weder Bill Johnson noch seine Kollegen von der Neuen Apostolischen Reformation bewirken grössere Wunder als Jesus.

Jesus hat Stürme gestillt, Gelähmte geheilt, Tote auferweckt. Es gab keine „halben“ Heilungen, deren Wirkung nach ein paar Tagen verpuffte.

Manchmal erscheint der Bethel-Kirche eine « Wolke der Herrlichkeit ». Man kann sie auf verschiedenen YouTube-Videos sehen. Ist dies aber wirklich auf der Höhe der Herrlichkeit Gottes. Diesem Thema ist ein anderes Kapitel weiter unten gewidmet.

Was sagt uns Jesus bezüglich der Wunder:

Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.“ (Matth 24,24)

Ein Wunder an sich ist noch lange kein Beweis, dass es durch den Heiligen Geist bewirkt wurde. Die Bibel sprudelt von Wundern deren Urheber andere Geister sind. Deshalb werden wir ermahnt, „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen.“ (1. Joh. 4,1)

Eines der Mittel um sich zu versichern, dass ein Wunder gottgewirkt ist, ist seine « Qualität » (dies ist aber nicht das einzige Mittel). Aber schon in diesem Punkt wird der Test nicht bestanden.

Ehemalige Bethel-Studenten haben zum Beispiel Auferstehung-teams gebildet (Dead raising team). Sie haben sogar eine Auferstehungsschule gegründet beanspruchen für sich Auferstehungen (12), aber sie haben nicht auf meine Anfrage nach Belegen geantwortet. Ihre Web-Seite belegt in keiner Weise ihre Aussagen.

In unserer Welt, wo den Medien jede noch so bedeutungslose Neuigkeit eine Meldung wert ist, würden Auferstehungen nicht unerkannt bleiben.

Weiterhin führt das Dead raising team nicht ein einziges Beispiel an. Merkwürdig.

Apostel und Prophetes

siehe auch Artikel über die Neue Apostolische Reformation.

Die Möglichkeit „gen Himmel zu fahren“

Auf der Grundlage von Joh. 3,13: „Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“ Bill Johnson weist darauf hin, dass dies vor Jesu Tod passierte, das heisst es beschreibt eine intime Beziehung zum Vater. Selbst als Jesus auf der Erde war, ist er gen Himmel gefahren (heavenly realms) in seiner Beziehung zu Gott. Er präzisiert, dass dies eine Einladung für jeden Gläubigen ist (Beginn des Vortrags). Dies ist im Zusammenhang zu sehen mit Johnsons Vision, dass Jesus nur als Mensch auf der Erde war.

Einladung die Engel zu wecken

Beni Johnson bezeugt Engel geweckt zu haben, damit sie helfen, das Reich Gottes zu errichten.

Referenzen :

[i] Those who feel safe because of their intellectual grasp of Scriptures enjoy a false sense of security. None of us has a full grasp of Scripture, but we all have the Holy Spirit. He is our common denominator who will always lead us into truth. But to follow Him, we must be willing to follow off the map—to go beyond what we know.

(Johnson, When Heaven Invades Earth)

[ii] JESUS COULD NOT HEAL THE SICK. Neither could He deliver the tormented from demons or raise the dead. To believe otherwise is to ignore what He said about Himself, and more importantly, to miss the purpose of His self-imposed restriction to live as a man. Jesus Christ said of Himself, “The Son can do nothing” (John 5:19). In the Greek language that word nothing has a unique meaning—it means nothing, just like it does in English! He had no supernatural capabilities whatsoever! While He is 100 percent God, He chose to live with the same limitations that man would face once he was redeemed. He made that point over and over again. Jesus became the model for all who would embrace the invitation to invade the impossible in His name. He performed miracles, wonders, and signs as a man in right relationship to God…not as God. If He performed miracles because He was God, then they would be unattainable for us. But if He did them as a man, I am responsible to pursue His lifestyle. (Johnson, When Heaven Invades Earth)

 

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